VDI 2047 & 42. BImSchV

Die Richtlinie der VDI 2047 Blatt 2 gilt seit Januar 2015 und regelt die Sicherstellung eines hygienegerechten Betriebs bei Rückkühlanlagen und Verdunstungskühlanlagen.

Diese Richtlinie hat das Ziel die gesundheitsgefährdenden Keime (Legionellen und Pseudomonaden) im Kühlwasser der Rückkühlanlagen zu überprüfen und ein Wachstum der Keime in den Anlagen zu vermeiden. Somit soll eine Belastung der Umwelt minimiert bzw. vermieden werden.

Mit Inkrafttreten der 42. BImSchV im August 2017 sind alle Betreiber von Rückkühlanlagen und Verdunstungskühlanlagen mit neuen Vorlagen und Pflichten konfrontiert. Dies alles dient vor allem der Prävention vor krankheitserregenden Keimen.

VDI 2047 Blatt 2

Vdi2047Die VDI 2047 schreibt regelmäßige Inspektionen des Betriebs - und Produktionswassers vor, diese sollen durch geschulte Probenehmer durchgeführt werden.

Diese Richtlinie gilt für folgende Anlagen:

  • Offene Nasskühltürme
  • Naturzugkühltürme mit einer Leistung bis 200MW
  • Verdunstungskondensatoren
  • Hybridkühltürme

Als Betreiber einer solchen Anlage sind Sie verpflichtet die Risiken welche durch Verunreinigung entstehen könnten zu minimieren.  Es empfiehlt sich eine spezifische Checkliste zu erstellen und regelmäßige Inspektionsintervalle auszuführen. Somit kann man der Kontamination des Betriebs - und Produktionswassers mit Keimen vorbeugen. 

 

Untersuchungen gemäß VDI:

Die regelmäßige Untersuchung des Betriebs - und Produktionswassers sollte nur von qualifizierten Probenehmern durchgeführt werden, welche eine Schulung zur VDI 2047 besucht und erfolgreich abgeschlossen haben (zudem muss auch eine Trinkwasserprobenahme-Schulung erfolgreich abgeschlossen werden). Die anschließende Analytik der gezogenen Betriebs - und Produktionswasserproben sollte in einem akkreditierten Labor vollzogen werden.

Folgende Untersuchungsintervalle sollten eingehalten werden:

  • Monatlich auf die allgemeine Koloniezahl
  • Vierteljährlich auf die Legionellenzahl
  • Regelmäßig auf Pseudomonaden

Je nach Anlage gibt es hier Abweichungen.

 

Folgende Parameter des Wassers sollten mindestens alle 14 Tage bestimmt werden.

  • pH-Wert
  • elektrische Leitfähigkeit
  • Gesamthärte (Summe Erdalkalien)
  • Chlorid
  • Sulfat
  • Konzentration des Konditionierungsmittels
  • Gesamtkoloniezahl
  • weitere bei Bedarf 

Wenn die Messergebnisse stetig konstant sind, kann die Beprobung alle 2 Monate stattfinden. Auf diese Art und Weise kann die Kontrolle und damit die anstehenden Maßnahmen besser eingestellt und vorgenommen werden. Dadurch können Ablagerungen und mögliche Verunreinigungen wie zum Beispiel die Bildung eines Biofilms, besser verhindert, minimiert bzw. unter Kontrolle gebracht werden.

Gefährdungsbeurteilungen:

Alle Betreiber der oben genannten Anlagen sind verpflichtet eine Risikoanalyse & Risiko-Bewertung zu erstellen. Sollten die Werte von den vorgegebenen Normen abweichen sind Maßnahmen zu ergreifen. Die Inspektion sollte ausschließlich von fachkundigem Personal (z.B. Zertifikat der VDI 6022 Typ A oder VDI 2047 Blatt 2) durchgeführt werden.

 

Aktuelle Termine VDI 204 Blatt 2 Schulungen:

 

 

 

 

 

 

42. BImSchV

Diese neuen VDI-Richtlinien wurden erlassen u.a. nachdem in Ulm (2010) und Bremen (2016) mit Keimen verunreinigte Aerosole in die Atmosphäre ausgeschieden wurden. Diese kontaminierten Aerosole können unter anderem zu potenziellen Lungenerkrankungen führen. Bekannt geworden ist hier die Legionellose, bzw. Legionärskrankheit, die durch Legionellen verursacht wird.

Die erneuerte BImSchV (42. BImSchV) gibt für Rückkühlanlagen und Verdunstungskühlanlagen verschiedenste Maßnahmenwerte vor, diese Werte gelten besonders für Legionellen und Pseudomonaden. Es gibt ca. 30.000 Anlagen in ganz Deutschland, diese gilt es den Anforderungen entsprechend zu Überprüfen und in regelmäßigen Abständen zu beproben.

Die neuen Richtlinien besagen, dass der Betreiber der Anlage das Nutzwasser in einem Intervall von zwei Wochen auf chemische, physikalische und mikrobiologische Werte untersucht werden muss.

Des Weiteren sollte das Betriebs - und Produktionswasser alle drei Monate von einem akkreditierten Labor auf die Parameter, allgemeine Koloniezahl und Legionellen beprobt werden.

Generell sollte eine konstante Keimzahl angestrebt werden, sobald die Werte sich verändern sind Maßnahmen zu ergreifen. Besonderes Augenmerk gilt den Legionellen.

 

Maßnahmenwerte:

Bestimmung der mikrobiologischen Koloniezahl.

Pseudomonaden = 100KBE/100ml, es sind erste Maßnahmen erforderlich.

 

Die kontrollierten Werte, sowie die damit erforderlichen Maßnahmen sind in einem Betriebstagebuch zu dokumentieren.

Alle Anlagen unterliegen einer Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde, dies gilt ebenfalls bei Stilllegung oder einem Betreiberwechsel. Sollte eine Anlage wieder in Betrieb genommen werden, muss diese von einer fachkundigen Person (VDI 2047 & VDI 6022) untersucht werden. Dabei müssen die Vorgaben der Checkliste bearbeitet und dokumentiert werden.

Wird eine Anlage neu oder geändert in Betrieb genommen, muss ebenfalls eine Analyse und Probenahme durch eine fachkundige Person stattfinden. Dieses Vorgehen wird in der VDI 2047-2 beschrieben.

 

Für weitere Informationen:

 

Schulung Probenehmer TrinkwasserSchulungstermine Wasserakademie

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VDI 2047 Schulungstermine



 

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